Neulich saß ich mit einem alten Freund zusammen. Wir kamen auf das Zusammenleben zu sprechen. 

 

Er: Meine Frau und ich haben eine klare Regelung: Sie kümmert sich um die kleinen Dinge und ich mich um die großen. 

Ich: Was sind denn bei euch kleine Dinge?

Er: Einkaufen, Kochen, Wäsche, Steuererklärung, Enkelkinder vom Kindergarten abholen und solche Sachen.

Ich: Und die großen Sachen, um die Du Dich kümmerst? 

Er: Politik und alles, was da dranhängt – eigentlich alles andere.

 

Wir haben dann darüber gesprochen, dass Trump mit seinen deutschen Wurzeln immer direkter anknüpft an Adolf Hitler und man sich wundern muss, dass die meisten Amerikaner uns Deutschen immer noch so freundlich gesonnen sind. Wir haben auch darüber nachgedacht, dass die europäische Kolonialgeschichte in den USA wahrscheinlich endgültig erledigt ist. Schluss mit dem White-Anglo-Saxon-Protestant (WHASP). Jetzt holen sich die Mexikaner zurück, was sie schon mal hatten (bis 1848). Zum Beispiel Texas, Kalifornien, Nevada, Utah, Arizona und Colrado. In den USA herrschte schon damals der Glaube vor, es sei die göttliche Vorhersehung, dass die USA sich über den gesamten Kontinent bis zum Pazifik ausbreiten. Später dann als kapitalistischer Ausbeuter und selbst ernannter Weltpolizist über die ganze Welt. Aber nicht nur Europa muss aufpassen, nicht unter die Räder zu kommen. Auch das einmal von Europa besiedelte Nordamerika. China und das mächtig aufstrebende Indien teilen sich den Anspruch, inzwischen die Nummer Eins zu sein. Die „Neue Seidenstraße“ als chinesischer Wirtschafts- und Unterdrückungsdrache zieht ihre Feuerspur bis nach Ungarn und Serbien. Wir waren inzwischen richtig in Fahrt gekommen und mein Freund hatte die Vision, dass nach dem für ihn absehbaren Ende der Ära Putin für Russland nichts anderes bleibt als eine Union mit der EU zu bilden. Weil sich China vermutlich den russischen Fernen Osten unter den Nagel reißen und die – immer schon unglaubwürdige – Freundschaft zwischen Russland und China endgültig vorbei sein würde. Ich versuche, meinen Freund zu bremsen und wende ein: Ja, ja, würde! Na gut, so mein Freund, aber den afrikanischen Markt hat China doch schon lange im Griff. Die USA haben das lange vorgemacht, wie das geht mit dem Raubtier-Kapitalismus. Jetzt sind auch andere Raubtiere freigelassen. Und Europa? Was ist mit dem klassischen Altertum? Mit der griechischen und römischen Antike, den Langobarden und der Völkerwanderung, was ist mit Otto I. und Wichmannsburg und der Ausweitung der germanischen „Einflusssphäre“ nach Osten bis weit in das slawische Gebiet? Undwwas ist mit der ganzen Kolonialgeschichte, mit Sklaverei und Mission? Alles vorbei? Oder doch nur weiter so? Nur anders kostümiert?

Die Psychiatrien sind gescheitert oder haben nicht genug aufgepasst, den blühende Größenwahn Einzelner zu behandeln oder zumindest einzuhegen. Nero, Stalin, Hitler, Trump, Putin, Xi Jinping, Kim Jong-un und die iranischen Mullahs – die autoritären Systeme und ihre Anführer sind am Zuge. Und die Demokratien sind global gesehen, sagen wir mal: im Wandel. Von inzwischen vielen „illiberalen Demokratien“ - wie zurzeit in den USA oder in Ruanda - hin zu autoritären Systemen und Diktaturen.

Was anderes: Wie geht es eigentlich mit der SPD, fragt mich mein Freund.

Ich: Immer besser, besonders wenn die CDU und die CSU kein Fettnäpfchen auslässt. Zuerst sind es die Ausländer, die uns die Arzttermine wegnehmen und dann die Kassenpatienten, die gar keine Zahnarzttermine brauchen. Am Ende werden noch alle Arbeitsplätze abgeschafft.

Aber was will die SPD in Bienenbüttel? Fragt mein Freund.

Ich sage: Gemeinsam mit den Grünen haben wir zum Beispiel einen richtig guten Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters. Wir von der SPD wollen vor allem, dass es gerechter zugeht bei uns und in der Welt. Dass sich Arbeit auch für die Reichen lohnen muss. Dass das, was man ererbt von seinen Vätern nicht wie von selbst die Millionen vermehrt. Dass das Völkerrecht und die Menschenrechte eingehalten werden. Dass wir uns auf freien und regelbasierten Handel in der Welt verlassen können. Dass unsere Grundwerte und Überzeugungen nicht den Bach runtergehen. Dass es bezahlbaren Wohnraum gibt. Dass wir gesund und sicher leben können. Dass wir respektvoll miteinander umgehen und dem anderen auch mal einen Erfolg gönnen. Dass in Bienenbüttel mehr Gewerbe angesiedelt werden muss, damit mit den Einnahmen notwendige soziale Leistungen bezahlt werden können. Dass für die Jugendlichen attraktive Freizeitmöglichkeiten bereitgehalten werden – auch für die eher „städtischen“ Jugendlichen, also die für die meisten. Und dass der Platz vor dem Rathaus ein Bürger- und Marktplatz wird.

Mein Freund: Nun ist gut. Ich habe verstanden. Ich soll SPD wählen. Das mach ich auch! 

Schon klar: die SPD haben wir schon immer gebraucht, und besonders dann, wenn viele nicht mehr wissen, ob es noch eine gute Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder geben wird. Die SPD zeigt uns die Richtung und sie packt an!

Bienenbüttel, im Februar 2026

Kurt Jürgen Schmidt